Ein Vorschlag von  Dr. Lothar Köster  und  Dr. Angelika-Benedicta Hirsch

Unser Vorschlag:
Das Tempelhofer Flugfeld wird im aktuellen Zustand als Steppe in ein Reservat für Wisente, Wildpferde, Schafe u.ä. Weidetiere verwandelt und sich weitgehend selbst überlassen.
Rundherum wird ein Weg angelegt, so daß die Steppe mit all ihren Tiere zu jeder Jahres- und Tageszeit beobachtet werden kann.

Vorteil für die Menschen:
Freiwildbeobachtung mitten in der Stadt, 8Km Naturwanderweg, Horizontblick wie am Meer
Gewinn für die Natur:
Einmaliges Totalreservat für Steppenwild, Vögel, Fledermäuse, Kleintiere, Kräuter und Gräser
Nutzen für Berlin:
Minimale Umbau- und Unterhaltskosten, schnellste Nutzung, weltweit einmalige Attraktion

 

 

 Grassteppe

 ehem. Flugpiste

 Rundweg

 Freiluftcafés

 Nisttürme

 Schutzgebäude

 Flughafenhallen

 

Der Prozeß der Versteppung
bedarf keiner Eingriffe: Die Gräser wachsen und werden durch die Beweidung kurz gehalten. Baum- und Strauchsprößlinge werden abgefressen und so der Steppencharakter gewahrt.

Das Weidevieh
könnte aus angemessenen Herden von Wisent, Wildpferd und Wildschaf bestehen, die durch wenige Personen betreut werden. Langfristig paßt sich die Größe der Herden unter nachhaltiger Aufsicht an die vorhandene Fläche an.
Die Herdentiere sind geschützt und benötigen kaum Aufsicht. Diese kontrollierte Weidewirtschaft kann einen großen Teil der Unterhaltskosten gegenfinanzieren.

Die Kleintiere und Vögel
bekommen in den vorgeschlagenen Nisttürmen die Nischen, welche ihnen durch die Stadtversiegelung genommen sind.
Dies ist im wesentlichen eine Kombination von Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für den Sommer und tiefergelegenen, frostsicheren Winterquartieren. Raubvögel wie Bussarde und Falken, Igel, Marder, Füchse, insbesondere aber auch die bedrohten Bestände der Fledermäuse finden hier ohne großen Aufwand Schutz.

Das Totalreservat
wird nur von den wenigen Hütern betreten. Dadurch können sich hier neben den Herden auch gefährdete Kleintierarten ohne Störungen und Gefährdungen ansiedeln.
Trotzdem kann die gesamte Steppe jederzeit von allen Seiten vollständig eingesehen werden. Die Tiere sind Tag und Nacht sowie im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten.

Die Tradition des Flugfeldes
bleibt dadurch gegenwärtig, daß die alten Einrichtungen der Flugsicherung auf dem Gelände sichtbar verbleiben. Selbst die jetzige Flugfeldbeleuchtung könnte für die abendliche Dämmerungsstunde in symbolischem Ausmaße weiterbetrieben werden.

Die Investitionen
beschränken sich auf den Ausbau des Rundweges, die Schutzzäune und einige Stallungen.
Der Asphalt der Flugbahnen kann unverändert belassen werden. Ohne Verkehr werden sich darauf bald Moosdecken bilden. Die unversiegelte Fläche ist groß genug, um umfangreiche Herden zu ernähren.

Die Einsparungen
Alle Pläne zur Bebauung oder Teilbebauung des Areals setzen demgegenüber eine Räumung und Erschließung mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich voraus. Keiner der sagenumwobenen Investoren wird ohne diese öffentlichen Zuleistungen einen Vertrag abschließen. Jeder Privatier investiert selbstverständlich in den privaten Gewinn. Die Öffentlichkeit wird bei diesen kurzfristigen Veräußerungen immer der langfristige Verlierer sein.
In jedem Fall würde städtischer Boden, der den Bürgern langfristig hohen Nutzen bringen würde, kurzfristig weit unter Wert verkauft bzw. verschenkt. Die Wohnumfeldverschlechterung der anliegenden Wohngebiete (dauerhaft Durchgangsverkehr, jahrelange Bautätigkeit) ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Der Wert für die Anlieger
beschränkt sich nicht auf das Ende des Fluglärms. Es bleibt ihnen nicht nur eine vieljährige Belästigung durch Erd- und Bauarbeiten, der Lärm schwerster Technik und der Materialtransport durch die Wohnviertel erspart.
Vielmehr wandelt sich der Fluch des Flughafens in einen Segen für die mit Problemen belasteten umliegenden Wohngebiete. Sie werden durch diese riesige Naturfläche spürbar aufgewertet. Die Wohnqualität steigt langfristig, da statt einer Verkehrssteigerung nun ein ruhiges Erholungsgebiet vor der Tür liegt.
Schon jetzt erfreut sich der Spaziergang am Zaun der Oderstraße großer Beliebtheit. Der zu schaffende Rundweg wäre eine ideale Radtour für die Familie und ein 'Kleinmarathon' für die Sportler.
Biergärten und Bistros an den Eckpunkten des Feldes wären mit Anwohnern und Berlintouristen überfüllt, die den einmaligen Blick bis zum Horizont, Sonnenuntergänge wie am Meer und die Tierbeobachtung in der Dämmerung über dem Flugfeld in Ruhe genießen könnten.

Fazit
Die hier vorgeschlagene beweidete Steppe auf dem Flugfeld wäre innerhalb weniger Monate realisierbar. Sie wäre kurz- und langfristig konkurrenzlos billig, für alle Anwohner attraktiv und in dieser Form für eine Millionenstadt weltweit einmalig.
Alle Alternativen sind mit Abstand teurer, bedeuten jahrelange Bauarbeiten und eine rapide Steigerung der Verkehrsdichte im Umfeld.
Überteuerte Neubauwohnungen und subventionierter Gewerberaumleerstand hat Berlin bereits im Überfluß.
Eine Verschlechterung der Wohnqualität für die Anwohner in Tempelhof und Neukölln und eine Abwertung der bestehenden Wohnquartiere ist das letzte, was sich die Bürger in diesen Bezirken wünschen können.

Wünschenswert wäre die sonntägliche Promenade von tausenden Bürgern um eine geheimniswahrende Steppe mit (fast) mongolischer Weitläufigkeit, der staunende Blick der Stadtkinder auf die riesigen Wisente, der ungestörte Galopp der Wildpferde und das stille Staunen der Berlingäste vor der würdevollen Authentizität des historischen Ortes, über dessen einstige Aufgeregtheit Gras wächst, hohes, wildes Steppengras, über das die Windböen fegen.

Da nun endlich das Ende des Flugbetriebs auf Oktober 2008 festgelegt wurde, kann die Diskussion über die Nachnutzungskonzepte und deren Nutznießer konkret geführt werden.

 

 

IMPRESSUM:
Dr. Lothar Köster
Dr. Angelika-Benedicta Hirsch
Warthestr. 49, 12051 Berlin
info@flugfeldsteppe.de